Musikfestkonzert - Schwelgerische Spätromantik

Glocke
 

Es war ein großer Wurf: Innerhalb von nur 35 Tagen komponierte Tschaikowsky sein erstes Violinkonzert. Und das obwohl der Komponist nach einer ungeheuer produktiven Phase eine schwere persönliche Krise durchlebte. Das Violinkonzert sollte sein Rettungsanker sein, hatte es aber von Anfang an nicht leicht. Zu lang, zu schwer, zu radikal lautete das Urteil des Publikums. Der gefürchtete Wiener Kritiker Eduard Hanslick ließ sich gar zu der Frage hinreißen, „ob es nicht auch Musikstücke geben könnte, die man stinken hört“. Starker Tobak, und er irrte, denn das Violinkonzert ist heute als ein Meisterwerk Tschaikowskys bekannt. Das ist zweifelsohne auch Brahms vierte Symphonie. Der Weg zu dieser Gattung war für Brahms lang und steinig, aber nicht zuletzt in diesem fulminanten Werk zeigt sich: Er hat sich gelohnt. „Im Allgemeinen sind ja leider die Stücke von mir angenehmer als ich, und findet man weniger daran zu korrigieren?!“ kokettierte der als knorrig geltende Hanseat Brahms in einem Brief im Hinblick auf seine Vierte. Wie dem auch sei, angenehm zu hören ist die Vierte. Mit Sicherheit.


Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893)
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op.35

Johannes Brahms (1833-1897)
Symphonie Nr.4, e-Moll op.98


Marko Letonja, Dirigat
Daniel Lozakovich, Violine


Di, 14.09.21 | 18:00 und 21:00 Uhr, Glocke


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