Philharmonische Konzerte

Phil intensiv – Schostakowitsch!

Phil intensiv – Schostakowitsch! Dimitry Ivashchenko ©Wolfgang Silveri
05.02.
Sonntag
11:00
Die Glocke
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Werke von

Dmitrij Schostakowitsch (1906–1975)
Ballett Suite Nr. 1 für Orchester
gespielt in einer Bearbeitung von Lewon Atowmjan
Dmitrij Schostakowitsch (1906–1975)
Symphonie Nr. 14 für Sopran, Bass, Streichorchester und Schlagzeug op. 135

Besetzung

  • Marko Letonja
    Dirigat
  • Annette Dasch
    Sopran
  • Dimitry Ivashchenko
    Bass

Ein Komponist als Spiegel seiner Zeit: Eine „Geheimgeschichte Russlands“ sah der Cellist Mstislaw Rostropowitsch im symphonischen Schaffen von Dmitrij Schostakowitsch, als „apokalyptischen Soundtrack zum 20. Jahrhundert“ bezeichnete der Musikwissenschaftler Gottfried Blumenstein dessen Werk. Keine Frage, kaum ein Komponist hat den lebenslangen Spagat zwischen Kunst und Politik so verkörpert wie Schostakowitsch. Zeitlebens hat er versucht, diese Problematik zumindest zu ertragen, wenn er sie schon nicht lösen konnte. Das brachte ihm allerdings oft genug Kritik von Freund wie Feind ein. Die zweifelten zuweilen beide an ihm. Diese Gratwanderung ruinierte letztendlich die ohnehin schon fragile Gesundheit des Komponisten, der das Komponieren aber trotz – oder gerade wegen – allem nicht aufgab und Werke voller Dramatik, Passion und Authentizität schuf. Die Idee, die ungeheuer faszinierende Musik von Schostakowitsch zum Thema eines kleinen Festivals zu machen, stand für Marko Letonja schon lange auf der Wunschliste. Das Werk dieses Komponisten liegt dem Generalmusikdirektor der Bremer Philharmoniker sehr am Herzen, und es ist ihm ein besonderes Anliegen, das Mini-Festival „Phil intensiv“ nach fast zehn Jahren Pause mit Schostakowitsch wiederzubeleben.
Das 6. Philharmonische Konzert wird deshalb ausgeweitet: Drei Tage lang geht es nur um Dmitrij Schostakowitsch und seine Musik: Schostakowitsch intensiv.

 

Tag 1

Bestellt war eine „Siegessymphonie“, eine Hymne auf den Diktator Stalin, die ihm anlässlich des Sieges über Nazideutschland huldigen sollte. Doch was lieferte Schostakowitsch 1945 als 9. Symphonie? So ziemlich genau das Gegenteil, allerdings so raffiniert, dass ihm keiner etwas anhaben konnte. Ein Geniestreich! Was für ein Kontrast dazu ist die 14. Symphonie: eine Suite aus elf Liedern, die fast alle um das Thema Tod kreisen. Schostakowitsch war in dieser Zeit schwerkrank, beschäftigte sich viel mit den letzten Dingen. Das Ergebnis ist ein zutiefst erschütterndes Werk, das unter die Haut geht.

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