Kollektives Abheben

9. Philharmonisches Konzert


„Halleluja!“, notierte Anton Bruckner nach Abschluss der Komposition unter seine achter Symphonie. „Möge sie Gnade finden“. Doch genau das passierte nicht, zumindest nicht bei dem Dirigenten Hermann Levi, dem Bruckner sein neuestes Opus geschickt hatte. Levi, der Bruckner nach der Aufführung dessen Siebten, noch zum „größten Symphoniker nach Beethovens Tod“ ausgerufen hatte, übte heftige Kritik, die das labile Selbstbewusstsein des Komponisten nicht unbedingt stärkte. Bruckner tat dann das, was er oft tat: Er nahm sich die Kritik sehr zu Herzen und arbeitete die Symphonie um. Drei Jahre dauerte das, und zwei weitere Jahre vergingen, ehe Hans Richter und die Wiener Philharmoniker die Uraufführung spielten. Die war so gelungen, dass kein Geringerer als der Komponist Hugo Wolf in einem Brief schrieb: „Es war ein Triumph, wie ihn ein römischer Imperator nicht schöner wünschen konnte.“ Nicht selten wird die Achte auch „Die Apokalyptische“ genannt, weil Bruckner hier an der Sphäre des Unsagbaren kratzt. „Meine Achte ist ein Mysterium“, sagte er selbst über sein Opus. Dem ist nichts hinzuzufügen.


Anton Bruckner (1824-1896)
Symphonie Nr. 8 c-Moll WAB 108
Fassung von 1890


Marko Letonja, Dirigat


Di, 26.04.22 | 19:30 Uhr, Glocke


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